FDP will den Parkscheinautomaten in der Hosentasche

Kluge StadtentwicklungMehr Mobilität beginnt im Rathaus5. Mai 2017

Die Freien Demokraten wollen den Besuchern der Offenbacher Innenstadt das Parken erleichtern. „Im Zeitalter der mobilen Kommunikation wäre es ein Service für die Autofahrer, wenn Sie alternativ auch mit ihrem Handy das Ticket lösen könnten“, so der planungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion Dominik Schwagereit. Sie brauchen dafür keine passenden Münzen, sondern nur ein Mobilfunkgerät. Dabei haben die Freien Demokraten sich mit unterschiedlichen Modellen befasst. „Es schreckt viele Parker ab, wenn sie sich vorher umständlich registrieren müssen wie das etwa in Wiesbaden der Fall ist“, so Schwagereit. Dem Freien Demokraten schwebt daher ein Modell wie in Bad König vor: „Die Parkkunden schicken einfach eine SMS an die auf Schildern angegebenen Nummer oder nutzen eine App“. Dabei geben sie gewünschten Parkzeitraum und sein Autokennzeichen an. Die Ordnungskräfte erhalten die Information des gekauften Tickets direkt auf ihre mobilen Kontrollgeräte.  Der Kunde zahlt die Parkgebühr mit der Telefonrechnung oder bei Registrierung mit einer hinterlegten Kreditkarte. „Gebühren bei seinem Telefonanbieter fallen nicht an, soweit er über Frei-SMS verfügt“, erläutert Schwagereit. Ein besonderer Service sei bei der Nutzung der App, dass das System an das Ablaufen der Parkzeit erinnere. Außerdem könne der Autofahrer auch ortsunabhängig Parkzeit nachlösen. Der Kunde müsse also nicht wieder umständlich an den Automaten und das Auto zurück. „Das Handy wird zum Parkscheinautomat in der Hosentasche“, meint Schwagereit. In vergleichbaren Großstädten werde das System gut angenommen und hat Nutzerquoten von bis zu 30% – mit steigender Tendenz.

 

Für die entsprechende Idee des Handyparkens gebe es eine Vereinbarung in der Koalition. Den Freien Demokraten ist es wichtig, dass die bestehende Parkgebührenordnung mit dem System digital identisch abgebildet werden. Die Systeme könnten auch „digitale Brötchentaste“ integrieren, also das kostenlose Kurzzeitparken. Perspektivisch strebt die FDP an, neben dem gebührenpflichtigen Parkraum auf den Straßen auch die Parkhäuser einzubeziehen, auch dies sei technisch möglich. Die Vereinfachung des Parkens trage der Serviceorientierung unseres kommunalen Verwaltungshandelns Rechnung. Das Handyparken sei ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur „smarten“ Stadt im wichtigen Handlungsfeld der Mobilität.  Auch an weitere Nutzungen denken die Liberalen: so könnte die Bestätigungs-SMS für Zwecke des Stadtmarketings genutzt werden und z.B. damit Veranstaltungshinweise an die Innenstadtnutzer oder Informationen der Einzelhändler verschickt werden. Vorteile ergäben sich auch dadurch, dass weniger Bargeld in den Automaten sei und das System auch mit den Abrechnungssystemen der Parkhausbetreiber kombinierbar sei (Bezahlen des Parkscheins via SMS). Die Einführungskosten können vom Betreiber übernommen werden,  die laufenden Systemkosten würden durch die Nutzer in Form einer geringen Servicegebühr gegenüber dem Betreiber beglichen. Die Parkgebühr selbst würde weiterhin vollständig der Stadt zu Gute kommen