Das Bürgerbüro in der Hosentasche startet – endlich.

„Endlich steht die Offenbach-App in den Startlöchern, die Betonung liegt auf endlich“, kommentiert der FDP Stadtverordnete Oliver Stirböck den Start der Offenbach-App, von dessen Fraktion seinerzeit die Initiative ausging (https://pio.offenbach.de/index.php?aktiv=doc&docid=2021-00017020&year=2021&av_dokument_id=17020&view=). „Von der Idee, alle Behördengänge bequem vom Sofa aus erledigen zu können, sind wir noch meilenweit entfernt“, analysiert Stirböck.
Die interaktive Karte, mit der man etwa den nächsten Defibrillator findet sei zwar ein guter Start – ebenso der direkte Zugang zu Terminbuchung, Mängelmelder. „Doch die App ist noch kein Durchbruch. Der echte Mehrwert muss jetzt erst wachsen. Bislang haben wir eher ein Fundament als ein fertiges digitales Rathaus,“ so Stirböck.
Die jahrelange Entwicklungszeit zeige erneut, wie schwerfällig die staatlichen Strukturen seien. Stirböck: „Während ein Unternehmen nach wenigen Monaten eine funktionsfähige Version veröffentlichen würde, wurde uns zunächst eine starre Wasserfallplanung über zwei Jahre präsentiert – und am Ende dauerte es fünf.“
Ein Grund dafür: Die Finanzierung erfolgte über mehrere kleine Förderprogramme. „So kann man keine digitale Verwaltung aufbauen. Es bleibt Stückwerk. Und es ist ohnehin absurd, dass jede Kommune für sich herumwerkelt, statt ein landesweites App-Werkzeug nutzen zu können, das alle Fachverfahren integriert“, kritisiert Stirböck, der als digitalpolitischer Experte der FDP-Landtagsfraktion auch in Wiesbaden ein höheres Digitalisierungs-Tempo eintritt.
Trotzdem sieht er Chancen: „Wir sind einen Schritt weiter – aber wir laufen im ganzen Land in Sachen Digitalisierung einen Marathon in Zeitlupe.“ Einzelne andere Städte zeigten bereits, was möglich sei: „In Kassel wird ein KI-gestützter Chatbot getestet, der rund um die Uhr Bürgerfragen beantwortet. Genau in diese Richtung muss es gehen“, so Stirböck
