FDP will sich als „prägende bürgerliche Alternative zur neuen schwarz-roten Regierung“ positionieren
Partei macht relative Stärke bei kommunalpolitisch orientierten Wählern aus/Differenzierte Wahlanalyse zwischen Erwartbarem und Überraschungen
„Die FDP Offenbach hat bei der Kommunalwahl 2026 im hessischen Vergleich der Freien Demokraten ein bemerkenswertes Resultat erzielt, natürlich nicht so herausragend wie die SPD“, so FDP-Kreisvorsitzender Oliver Stirböck nach der Wahlanalyse des FDP-Kreisvorstandes. Das taktische Wahlziel, so stark zu werden, dass eine rot-schwarze Koalition nicht möglich wird, sei jedoch aufgrund des „fulminanten Aufwuchses der SPD im Zuge des Schwenke-Effekts“ deutlich verfehlt worden, obwohl die CDU in Offenbach ihr zweitschlechtestes hessisches Resultat erzielte.
Dennoch hebe sich das Abschneiden der lokalen FDP als bestes Großstadtergebnis sowie drittbestes Ergebnis aller Kreisverbände deutlich vom freidemokratischen Landesdurchschnitt ab. „Dieses Resultat ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil es nicht auf günstigen soziostrukturellen Voraussetzungen beruht, sondern Ergebnis gezielter politischer Arbeit, vor allem des Dezernenten, lokaler Verankerung und klarer Positionierung ist“, interpretiert Stirböck. „Wenn ein Kreisverband anders als bei überregionalen Wahlen in 6 der letzten 8 Wahlen unter den TOP 5 der Landespartei abschneidet, macht er auch was richtig“, so der Kreisvorsitzende. Während die FDP bei Bundestagswahlen und bundesweiten Umfragen in der Regel flächendeckend stärker abschneide als auf kommunaler Ebene, sei es in Offenbach genau umgekehrt gewesen. So habe das Offenbacher Abschneiden sogar im Handelsblatt Beachtung gefunden („selbst in der alten Arbeiterstadt über 5 Prozent“) und sei als Zeichen gewertet worden, dass die FDP bundesweit eine Perspektive habe. „Darauf kann man aufbauen und vom Offenbacher Wahlkampf gegen links lernen“, so das Blatt.
Die detaillierte Analyse der Wahlbezirke ergibt – so die FDP-Analyse – ein differenziertes Bild. Die FDP konnte ihre Hochburgen im Westend und am Buchrainhügel stabilisieren und teilweise ausbauen. Gleichzeitig gelangen in einzelnen Bezirken deutliche und überraschende Verbesserungen, etwa im Bereich Bieber-Waldhof. Auch in weiteren, traditionellen Stadtteilen erzielte die FDP „solide Werte“. Gleichzeitig habe die Partei in neueren, stärker durch Zuzug geprägten Quartieren, auch im Offenbacher Hafen, zwar gut abgeschnitten, dennoch sei sie hier deutlich hinter den Möglichkeiten zurückgeblieben. „Das zeigt: Wir sind relativ stark bei Wählern, die ihre Entscheidung an konkreter kommunalpolitischer Arbeit festmachen – weniger am allgemeinen Image“, so Stirböck.
In der kommenden Wahlperiode will die FDP Offenbach ihre Rolle als sichtbare, gut verankerte Kraft halten und sich als prägende bürgerliche Alternative zur neuen schwarz-roten Regierung positionieren. „Wir wollen nah am Bürger arbeiten, klar im Kurs bleiben und eine konstruktive, aber auch knackige Opposition sein. Wo nötig, werden wir die Verantwortlichen wieder auf den Boden der Realität holen, wenn sie abheben“, erklärt Stirböck.
