FDP setzt auf Schwagereit und das Wachstum der Stadt

07.12.2020

Die Offenbacher Freien Demokraten ziehen unter dem Motto „Wer Offenbach liebt, kämpft dafür“ in den Wahlkampf und wollen „Wachstumstreiber“ sein, denn Offenbach habe bei gutem Wohnen und Arbeitsplätzen weiter einen Nachholbedarf. An der Spitze stehen ihr Fraktionsvorsitzender Dominik Schwagereit, die ehemalige IHK-Hauptgeschäftsführerin Eva Dude, der Landtagsabgeordnete Oliver Stirböck und die Vorsitzende der Jungen Liberalen (JuLis) Anja Kofahl. Auf der Liste finden sich danach die amtierenden Stadtverordneten Georg Schneider, Dr. Henning Stump und Monika Rinke, der Jungliberale Dimitrios Kladovasilakis, die Extremismus-Expertin Julia Baier und die Zahnärztin Dr. Susanne Pavisic. „Unsere Liste sieht ähnlich aus wie Offenbach aussieht: bunt und vielfältig“, beschreibt Kreisvorsitzender Oliver Stirböck. So sind unter den ersten 20 Plätzen 50 Prozent Frauen, Uroffenbacher und Neuoffenbacher sowie auch zahlreiche Bewerber mit Migrationshintergrund platziert. Als besondere Bereicherung sieht der FDP-Chef die parteiunabhängige Kandidatur der ehemaligen IHK-Vizepräsidentin und langjährigen Inhaberin der Steinmetzschen Buchhandlung, Helma Fischer. Darin sieht Stirböck auch eine Bestätigung für das Engagement der Freien Demokraten für den Einkaufsstandort Offenbach. Der amtierende Stadtplanungs- und Bildungs-Dezernent Paul-Gerhardt Weiß schließt traditionsgemäß die 59-köpfige Liste der Freien Demokraten ab.

In seiner Rede auf der Mitgliederversammlung sprach Stirböck von einer „gut wachsenden Stadt“ und bezeichnete den FDP-Dezernenten als „Wachstumsdezernenten“. Endlich sei Offenbach nicht mehr das Stiefkind der Region. Es tue der Stadt auch ökonomisch gut, wenn Menschen auch Offenbach zögen, die Steuern zahlen. Den Erfolg könne aber niemand für sich allein verbuchen. Er lobte daher einerseits ausdrücklich die gute Zusammenarbeit der Freien Demokraten mit den sozialdemokratischen OBs, die in der Koalition „berühmt und manchmal auch berüchtigt gewesen sei“. Andererseits benamte er Schwenke aus Anlass dessen umstrittener Spitzenkandidatur für die Sozialdemokraten auch als „Oberbürgermeister und Oberstrippenzieher der SPD“. Stirböck sieht im qualitativen Wachstum der Stadt die Chance, zur Verbesserung des optischen Eindrucks, des Lebensumfeldes und der sozialen Balance der Stadt. Er sprach von „einer Stadt, in der man gerne lebt und in die man gerne geht“. Er kündigte an, keinen Koalitionsvertrag zu unterschreiben, der nicht ein mutiges Bekenntnis zu neuen Wohngebieten enthält. Auch die Qualität des öffentlichen Raums müsse gesteigert werden. Dazu seien verstärkte Fassadenprogramme genauso erforderlich wie Plätze, die zum Verweilen einladen. So müsse etwa der Autokorso um den Wilhelmsplatz dauerhaft und rund um die Uhr beendet werden. Den Marktplatz wünscht sich Stirböck als autoarm. Dezernent Paul-Gerhard Weiß wies auf die großen Anstrengungen der Stadt hin, das Wachstum zu organisieren. Dazu trage etwa das neue Gymnasium am Osterbahnhof bei, Die Entwicklung tue der Stadt auch ökonomisch gut, für das jetzt Baurecht geschaffen sei.  In der Legislaturperiode seien über 4000 neue Wohnungen entstanden. In der nächsten Legislaturperiode werde sich das fortsetzen. Das sei ein erheblicher Gewinn für die Stadt.

Der 39-jährige Spitzenkandidat, Coach für Führungskräfte bei einer großen Digitalbank, Schwagereit sagte, gute Bildung sei als Faktor für die Attraktivität einer Stadt für Unternehmen und Menschen und als Faktor für soziale Balance unterbewertet. Gerade in schwierigsten Gebieten seien beste Bildungsangebote von Nöten. Der Spitzenkandidat tritt für Bildungs-Leuchttürme in Offenbach ein: ein Gymnasium mit bilingualem Angebot sowie ein sogenanntes MINT-Gymnasium – spezialisiert auf Unterricht in Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Für das Gebäude der ehemaligen Hochschule für Gestaltung will Schwagereit gerne eine Fachhochschule mit IT-Schwerpunkt gewinnen. Damit wollen die Freien Demokraten Offenbach stärker als IT-Standort positionieren. Deutschlands Gründerhauptstadt Offenbach könne auch Digitalhauptstadt werden. Daher will Schwagereit auch Sorge dafür tragen, dass bei der Entwicklung des ehemaligen Alessa-Geländes der Schwerpunkt auf digitale Unternehmen nicht verwässert wird. Ihr Programm verabschieden die Freien Demokraten im Januar.

Den Parteitag hatten die Freien Demokraten mit einem selbst entwickelten Offenbach-Spot eröffnet. Er soll liberales Credo und optimistisches Lebensgefühl der Freien Demokraten wiedergeben. Darin beklagen die Freien Demokraten, dass Offenbach zwar „Stadt der Vielfalt, des Aufbruchs und des Wachstums“ sei, aber zu viele dem „alten Offenbach hinterhertrauern“.